Grundsätzlich muss gesagt werden, dass der Kanusport, wie jede andere Sportart auch, bei Einhaltung von ein paar Vorsichtsmaßnahmen eine ungefährliche Freizeitbetätigung ist. Das intensive Erleben der Natur mit all ihrer Fauna und Flora ist eine faszinierende Art und Weise für jung und alt, Männlein oder Weiblein, ihre/ seine Freizeit zu verbringen.

 

Die größte Gefahr liegt eigentlich im Suchtcharakter des Paddelsports für die, die schon einmal eine Tour mitgemacht haben. Der Alltag und seine Probleme werden beim Eintauchen in eine andere Welt der Ruhe und Gelassenheit auf ihre, ihnen zustehende Größe, reduziert. Diese Au-Urwalderfahrungen kannst du gleich um die Ecke in Wien und Umgebung selbst in Angriff nehmen.

Sollte wirklich einmal etwas passieren, bist du im Idealfall mit einem 1.Hilfe-Auffrischungskurs gerüstet, um einfach und rasch helfen zu können.

 

Ich habe zu diesem Thema Erwin Feichtelbauer gewinnen können, zu zwei Schwerpunkten von möglichen Unfällen Stellung zu nehmen.

Erwin ist ein langjährig erfahrener Helikopter-Flugrettungs-Sanitäter und als Vortragender in der Ausbildung tätig.

Die an ihn gerichteten Fragen konzentrierten sich auf die Gebiete:

 

1) Wie bemerke ich angehende und massive Unterkühlung und was mache ich dagegen?

 

2) Wie verhalte ich mich bei der Rettung von vom Ertrinken bedrohter Menschen?

 

3) Wie wiederbelebe ich richtig?

 

Interessante Einblicke und Wissenszuwachs

wünscht euch euer Norbert

 

Was mache ich im Notfall?

  

Unterkühlung

Die normale Körperkerntemperatur (in der Folge KKT genannt) eines Menschens beträgt. ca:36°-37°C, diese Temperatur versucht der Körper von sich aus so konstant wie nur möglich zu erhalten.

Kommt es nun durch widrige Umstände zum Absinken der KKT so versuchen wir durch Bewegung Wärme zu erzeugen, gelingt dies nicht ausreichend beginnen wir zu Zittern um uns vor weiterem Auskühlen zu schützen. In weiterer Folge kommt es zu einer Verringerung der Haut- und der Muskeldurchblutung. Mit fortgesetzter Abnahme der KKT zentralisiert der Körper alles Blut im Bauch und Brustraum, das Herz schlägt in dieser Phase ca: 20x/min die Atmung ist flach, extrem langsam und kaum wahrnehmbar. Schließlich kommt es zum Herz- Kreislaustillstand.

Tabelle

 

Stadium

Schweregrad

Symptom

KKT

1

Milde Hypothermie

Pat. Ansprechbar, Muskelzittern

35° - 32° C

2

Mäßige Hypothermie

Pat. kaum Ansprechbar, kein zittern

32° - 28°C

3

Schwere Hypothermie

Pat. nicht ansprechbar

28° - 24°C

4

Schwere Hypothermie

Atem- und Herz- Kreislaufstillstand

24° - 15°C

5

Schwere Hypothermie

Tod durch irreversible Hypothermie

<15°C (<9°C)

 

Management unterkühlter Patienten

Um auf einen unterkühlten Patienten vorbereitet zu sein bedarf es einiger Ausrüstungsgegenstände: warme Kleidung in Reserve, Kopfbedeckung, Handschuhe, Alu-Rettungsdecken, Tympanothermometer Wärmepackungen.

Messung der KKT mittels Tympanothermometer

Bei Stadium:

1.    Weiteres Auskühlen vermeiden, zudecken, warme Getränke

2.    Schonende Bergung und Lagerung, nicht bewegen oder bewegen lassen, (Bergungstod) liegender Transport ins nächste KH.

3.    Ab Stadium3: NUR FÜR PROFIS

 

 

DER WASSERNOTFALL

Grundsätzlich können alle Personen am oder im Wasser von einem Ertrinkungsnotfall betroffen werden. Unabhängig der Wassertiefe, ob mehr oder wenig erfahrener Schwimmer. Bei plötzlich einsetzender Bewusstlosigkeit und ungünstiger Kopfhaltung, kann es sehr rasch zu einem Füllen der oberen Atemwege kommen.

 

   

TERMINOLOGIE

 

·         Ertrinken (drowning)- Durch Untertauchen des Kopfes in einer Flüssigkeit kommt es zum Verlegen der Atemwege mit Todesfolge durch Sauerstoffmangel

·         Beinahe- Ertrinken

·         Feuchtes Ertrinken –

·         Trockenes Ertrinken –

·         Sekundäres Ertrinken –

Unfalleinschätzung, Anamnese

Wie bei jedem Notfall ist es auch hier besonders wichtig, sich einen Überblick über den Unfallhergang zu verschaffen.

Wie lange war der Patient unter Wasser?

Wurde das Versinken des Patienten beobachtet?

Hat er an der Oberfläche noch „gekämpft“ oder ist er einfach untergegangen?

Sind Vorerkrankungen (Herzerkrankung, Schlaganfall, Epilepsie oder Diabetes bekannt?

 

Rettung

 

Die technische Bergung sollte durch Feuerwehr oder Wasserrettungsdienst erfolgen auf jeden Fall gilt unbedingt: Eigenschutz vor Fremdschutz!

 

Elementarmaßnahmen

 

Bei Bewusstlosigkeit (Puls und Atmung vorhanden) wird der Patient in die stabile Seitenlage gebracht.

Bei unzureichender Atmung bzw. Atemstillstand erfolgt eine unterstützende (assistierte) oder vollständige (kontrollierte Beatmung) idealerweise mit Beatmungsbeutel oder eben Mund zu Mund.

ACHTUNG! Kein Zeitverlust durch Bemühungen Wasser aus der Lunge zu bekommen.

Muss der Patient reanimiert werden ist, bei der Anwendung eines ev. vorhandenen Defibrillators darauf zu achten, dass eine Anwendung nur bei über 30°C Körperkerntemperatur sinnvoll ist. Eine Kktemp von 33°C hat positive Auswirkungen auf die Hypoxietoleranz (Sauerstoffarmut) des Gehirns.

Besondere Beachtung verdient der Unterkühlungsgrad und somit alle Maßnahmen zur Wärmeerhaltung.

 

Durchführung der BLS Wiederbelebungsmaßnahmen

 

Herzdruckmassage: Druckpunkt: in der Mitte des Brustkorbes

                                 Drucktiefe: ca.4-6 cm

                                 Frequenz: 100-120/min

Es ist darauf zu achten dass der Thorax zwischen den Kompressionen vollständig entlastet wird und die Herzdruckmassage im Falle von Positions- oder Helferwechsel so kurz wie nur absolut notwendig unterbrochen wird.

Verhältnis Kompression: Beatmung = 30:2


Merke

 

Jeder Ertrinkungsnotfall erfordert einen Notarzt.

Die ununterbrochene Versorgung des Patienten mit der höchstmöglichen Sauerstoffkonzentration ist entscheidend.

Wenn notwendig, wird eine Reanimation so lange fortgesetzt, bis der Patient im Krankenhaus wiedererwärmt ist.

( Nobody is dead untill, he is warm and dead)

Management unterkühlter Patienten

Um auf einen unterkühlten Patienten vorbereitet zu sein bedarf es einiger Ausrüstungsgegenstände: warme Kleidung in Reserve, Kopfbedeckung, Handschuhe, Alu-Rettungsdecken, Tympanothermometer Wärmepackungen.

Messung der KKT mittels Tympanothermometer

Bei Stadium:

1. Weiteres Auskühlen vermeiden, zudecken, warme Getränke

2. Schonende Bergung und Lagerung, nicht bewegen oder bewegen lassen, (Bergungstod) liegender Transport ins nächste KH.

3. Ab Stadium3: NUR FÜR PROFIS

DER WASSERNOTFALL

Grundsätzlich können alle Personen am oder im Wasser von einem Ertrinkungsnotfall betroffen werden. Unabhängig der Wassertiefe, ob mehr oder wenig erfahrener Schwimmer. Bei plötzlich einsetzender Bewusstlosigkeit und ungünstiger Kopfhaltung, kann es sehr rasch zu einem Füllen der oberen Atemwege kommen.

 

  

TERMINOLOGIE

 

· Ertrinken (drowning)- Durch Untertauchen des Kopfes in einer Flüssigkeit kommt es zum Verlegen der Atemwege mit Todesfolge durch Sauerstoffmangel

· Beinahe- Ertrinken

· Feuchtes Ertrinken –

· Trockenes Ertrinken –

· Sekundäres Ertrinken –

Unfalleinschätzung, Anamnese

Wie bei jedem Notfall ist es auch hier besonders wichtig, sich einen Überblick über den Unfallhergang zu verschaffen.

Wie lange war der Patient unter Wasser?

Wurde das Versinken des Patienten beobachtet?

Hat er an der Oberfläche noch „gekämpft“ oder ist er einfach untergegangen?

Sind Vorerkrankungen (Herzerkrankung, Schlaganfall, Epilepsie oder Diabetes bekannt?

 

Rettung

 

Die technische Bergung sollte durch Feuerwehr oder Wasserrettungsdienst erfolgen auf jeden Fall gilt unbedingt: Eigenschutz vor Fremdschutz!

 

Elementarmaßnahmen

 

Bei Bewusstlosigkeit (Puls und Atmung vorhanden) wird der Patient in die stabile Seitenlage gebracht.

Bei unzureichender Atmung bzw. Atemstillstand erfolgt eine unterstützende (assistierte) oder vollständige (kontrollierte Beatmung) idealerweise mit Beatmungsbeutel oder eben Mund zu Mund.

ACHTUNG! Kein Zeitverlust durch Bemühungen Wasser aus der Lunge zu bekommen.

Muss der Patient reanimiert werden ist, bei der Anwendung eines ev. vorhandenen Defibrillators darauf zu achten, dass eine Anwendung nur bei über 30°C Körperkerntemperatur sinnvoll ist. Eine Kktemp von 33°C hat positive Auswirkungen auf die Hypoxietoleranz (Sauerstoffarmut) des Gehirns.

Besondere Beachtung verdient der Unterkühlungsgrad und somit alle Maßnahmen zur Wärmeerhaltung.

 

Durchführung der BLS Wiederbelebungsmaßnahmen

 

Herzdruckmassage: Druckpunkt: in der Mitte des Brustkorbes

Drucktiefe: ca.4-6 cm

Frequenz: 100-120/min

Es ist darauf zu achten dass der Thorax zwischen den Kompressionen vollständig entlastet wird und die Herzdruckmassage im Falle von Positions- oder Helferwechsel so kurz wie nur absolut notwendig unterbrochen wird.

Verhältnis Kompression: Beatmung = 30:2


Merke

 

Jeder Ertrinkungsnotfall erfordert einen Notarzt.

Die ununterbrochene Versorgung des Patienten mit der höchstmöglichen Sauerstoffkonzentration ist entscheidend.

Wenn notwendig, wird eine Reanimation so lange fortgesetzt, bis der Patient im Krankenhaus wiedererwärmt ist.

( Nobody is dead untill, he is warm and dead)